Im Rahmen unseres Projekts „Wir müssen reden!“ haben wir als Jugendliche ein eigenes Konversationskartenset entwickelt und dieses bei Straßeninterviews im öffentlichen Raum in Reinickendorf eingesetzt.
Ziel unseres Projekts war es, die Debatten- und Gesprächskultur zu stärken und den offenen Dialog zu gesellschaftlich relevanten Themen zu fördern. Wir wollten Räume schaffen, in denen unterschiedliche Meinungen respektvoll ausgetauscht werden können, und zeigen, dass Demokratie vom Zuhören, Nachfragen und gegenseitigem Verständnis lebt. Besonders wichtig war uns dabei, Jugendliche aktiv einzubeziehen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Perspektiven sichtbar zu machen.
Unsere Konversationskarten behandelten Themen wie Umwelt, soziale Ungleichheit, Rechtsdruck und Sucht. Sie dienten als Gesprächseinstieg und halfen dabei, auch mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Karten unterstützten uns darin, offen zu fragen, andere Sichtweisen kennenzulernen und vielfältige Erfahrungen ernst zu nehmen.
Die befragten Personen waren sehr unterschiedlich: Wir sprachen Menschen verschiedener Altersgruppen und Lebensrealitäten an – darunter Busfahrerinnen und Busfahrer, wartende Fahrgäste sowie weitere Passantinnen und Passanten. Besonders an gut besuchten Orten wie Bushaltestellen zeigte sich, dass viele Menschen bereit waren, ihre Wartezeit für Gespräche zu nutzen.
Als besonders wertvoll empfanden wir die Gespräche mit Menschen, die selbst von bestimmten Themen betroffen waren. So konnten persönliche Erfahrungen geteilt und gemeinsam über mögliche Lösungsansätze nachgedacht werden. Deutlich wurde dies unter anderem bei der Frage, wie Eltern mit dem Drogenkonsum ihrer Kinder umgehen sollten. Die Antworten unterschieden sich stark zwischen Betroffenen und Personen ohne eigenen Bezug zu dem Thema.
Auch wenn nicht alle angesprochenen Menschen teilnehmen wollten, erhielten wir viele positive Rückmeldungen. Viele äußerten, dass sie sich darüber freuten, gefragt zu werden und ihre Meinung äußern zu können. Die Gespräche zeigten uns, wie wichtig offene Diskussionen für demokratisches Zusammenleben, gegenseitigen Respekt und Vielfalt sind – und wie viel Jugendliche dazu beitragen können.